Live Aufnahme aus der NHK Hall in Toyo, Japan 2007
Regie: Uwe Eric Laufenberg
Anne Schwanewilms, Kurt Rydl, Hans-Joachim Ketelsen, Anke Vondung
Staatsopernchor Dresden
Sächsische Staatskapelle Dresden
Fabio Luisi
Richard Strauss (1864–1949) war an der Dresdner Oper natürlich schon immer ein ganz besonderer Liebling, da viele seiner Werke dort uraufgeführt wurden, allen voran sein Rosenkavalier im Jahr 1911. Als ob die Welt ahnte, dass dies die letzte bedeutende Opernpremiere vor dem Zusammenbruch der Zivilisation im Ersten Weltkrieg sein würde, wurde die Premiere zu einem Ereignis von enormem Ausmaß inszeniert. Sonderzüge brachten das Publikum nach Dresden, um die neueste Zusammenarbeit zwischen Strauss und seinem bevorzugten Librettisten Hugo von Hofmannsthal (1874–1929) mitzuerleben.Der Rosenkavalier behandelt trotz seiner nostalgischen Kulisse im Wien des 18. Jahrhunderts eine Reihe von Themen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts aktuell waren.Zwei der offensichtlichsten waren die Stellung der Frau und der bevorstehende Zusammenbruch der herrschenden Hierarchie.Die Autoren bezeichneten das Werk als „Komödie für Musik“, und die Kritik – wie in allen großen Gesellschaftskomödien – liegt direkt unter der Oberfläche.Mit den Lesungen von Ruth Berghaus in Frankfurt und Herbert Wernicke in Salzburg in den 1990er Jahren hat das Werk endgültig jeglichen süßlichen Rokoko-Glanz verloren, mit dem es in Nachkriegsinszenierungen vielleicht überzogen war.Regisseur Uwe Eric Laufenberg, der die vorliegende Fassung im Jahr 2000 uraufführte, stellt sich in diese große Tradition: Indem er die Handlung nach dem Zweiten Weltkrieg ansiedelt, bearbeitet er einige der zeitlosesten Themen des Werkes: bittersüßes Pathos, satirische Gesellschaftskritik und sexuelle Farce ebenso wie vielschichtigen, komischen Witz und psychologische Charakterzeichnung.Die hochkarätige Besetzung wird angeführt von Anne Schwanewilms als Marschallin, Kurt Rydl als Ochs und Anke Vondung als Octavian – alle drei spielen Rollen, die zu Eckpfeilern ihres Repertoires geworden sind.Das Orchester der Semperoper Dresden spielt das Werk, das seit seiner Uraufführung ein zentraler Bestandteil ihres Repertoires ist, nach den Originalpartituren und unter der Leitung ihres erfahrenen Musikdirektors Fabio Luisi.Die Aufnahme entstand während einer Tournee der Semperoper durch Japan im November 2007, wo sie diesen Rosenkavalier mit großem Erfolg aufführten.